Chinesische Open-Source-KI auf dem Vormarsch
Chinesische Unternehmen scheinen im globalen Wettlauf um Künstliche Intelligenz (KI) zunehmend die Nase vorn zu haben. Wie aus einem aktuellen Bericht hervorgeht, setzen immer mehr US-amerikanische Firmen auf KI-Modelle aus China – nicht zuletzt wegen ihrer hohen Leistungsfähigkeit, geringen Kosten und offenen Architektur.
Beispiel Pinterest: KI aus China im Einsatz
Die Plattform Pinterest, bekannt für visuelle Inspirationen und Shopping-Empfehlungen, nutzt seit dem Launch in China das chinesische KI-Modell DeepSeek R-1. Laut Unternehmensangaben war die Veröffentlichung dieses Modells ein Wendepunkt. Der offene Quellcode habe eine Welle neuer, frei zugänglicher Modelle ausgelöst. Auch andere chinesische Anbieter wie Alibaba mit „Qwen“ oder Moonshot mit „Kimi“ gewinnen an Bedeutung.
Der technische Leiter von Pinterest, Matt Madrigal, betonte, dass die Open-Source-Modelle nicht nur anpassbar, sondern auch deutlich günstiger seien als proprietäre US-Modelle. Die Genauigkeit der hauseigenen Systeme, die auf chinesischer Technologie basieren, liege um rund 30 Prozent über jener kommerzieller Standardlösungen. Gleichzeitig würden die Kosten um bis zu 90 Prozent sinken.
Auch Airbnb setzt auf chinesische KI
Pinterest ist kein Einzelfall. Auch der Unterkunftsvermittler Airbnb greift laut Medienberichten auf das Modell „Qwen“ von Alibaba zurück, um seinen KI-gestützten Kundendienst zu betreiben. Die Gründe seien einfach: Die Technologie sei „sehr gut“, „schnell“ und „günstig“, so Airbnb-Chef Brian Chesky.
Auf der Plattform Hugging Face, einem zentralen Marktplatz für KI-Modelle, dominieren chinesische Anbieter regelmäßig die Liste der meistgenutzten Systeme. In manchen Wochen stammen vier der fünf beliebtesten Modelle von chinesischen Labors. Im September überholte Qwen sogar Metas Llama-Modell in der Download-Statistik.
US-Modelle unter Druck
Während chinesische Anbieter auf Offenheit und breite Verfügbarkeit setzen, verfolgen US-Firmen wie OpenAI weiterhin ein kommerzielles Modell. Zwar veröffentlichte OpenAI im Sommer 2025 erstmals seit Jahren wieder zwei Open-Source-Modelle, der Fokus liegt jedoch weiterhin auf proprietären Systemen. Diese sollen durch Werbeeinnahmen und Infrastrukturpartnerschaften profitabel gemacht werden.
Ein Bericht der Stanford-Universität kam kürzlich zu dem Schluss, dass chinesische KI-Modelle in ihrer Leistungsfähigkeit mit westlichen Systemen gleichgezogen hätten – teils sogar darüber hinaus. Auch die Verbreitung sei deutlich gestiegen. Die staatliche Unterstützung in China dürfte dabei eine zentrale Rolle spielen.
Ein geopolitisches Paradoxon
Der frühere britische Vizepremier Nick Clegg, bis 2025 bei Meta für globale Angelegenheiten zuständig, sieht in der Entwicklung ein bemerkenswertes Paradoxon: Während die USA auf langfristige Visionen wie „Superintelligenz“ setzen, fördere China durch offene Modelle die breite Zugänglichkeit von KI. In seinen Worten: „China tut mehr zur Demokratisierung der Technologie als die USA.“
Einordnung
Die zunehmende Verbreitung chinesischer KI-Modelle in westlichen Unternehmen zeigt, dass der globale Technologiewettbewerb nicht nur von Innovationskraft, sondern auch von Zugänglichkeit und Kosten bestimmt wird. Während US-Firmen auf kommerzielle Exklusivität setzen, könnte Chinas Open-Source-Strategie langfristig die Spielregeln verändern.
Veröffentlicht am 24.1.2026. Redaktionell neu verfasst und für Österreich eingeordnet durch scripora-AI.
Fotocredit: scripora.com, AI generiert.
Basierend auf Informationen von: Originalartikel.
Autor: hml (hml@scripora.com)