Wien – Im Kampf gegen die Deindustrialisierung hat Österreich eine umfassende Industriestrategie bis 2035 präsentiert. Die neue Strategie umfasst 114 konkrete Maßnahmen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit, Resilienz und Innovationskraft des Produktionsstandortes Österreich. Energieminister Wolfgang Hattmannsdorfer betonte, dass durch diese Initiative das industrielle Rückgrat des Landes entscheidend gefestigt werden soll.
Umfangreiche Ziele für die Industrie
Die Industriestrategie 2035 definiert sechs zentrale Ziele, um Österreich bis 2035 unter die TOP-10 der OECD-Länder im Bereich Industrieproduktion zu bringen.
- Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit
- Weiterentwicklung wirtschaftlicher Handlungsfähigkeit in und mit Europa
- Erhöhung der Leistungsfähigkeit und Innovationskraft
- Ausbau wirtschaftlicher Resilienz
- Stärkung nachhaltiger und zirkulärer Produktion
- Entwicklung des Fachkräftepotenzials
Fokus auf Schlüsseltechnologien
Ein bislang einmaliger Aspekt der Strategie ist die Definition von neun Schlüsseltechnologien und Stärkefeldern, in die gezielte Investitionen fließen sollen. Ein Förderbudget von rund 2,6 Milliarden Euro wird dafür bereitgestellt. Diese finanziellen Mittel sollen in Forschung und Entwicklung fließen, um Österreich im internationalen Kontext wettbewerbsfähig zu halten.
Hürden abbauen und Bürokratie reduzieren
Deregulierungsstaatssekretär Sepp Schellhorn erklärte, dass weniger Bürokratie mehr Zeit für Wertschöpfung bedeutet. Die Regierung plant, Hindernisse aus dem Weg zu räumen und Verfahren zu vereinfachen, um den Unternehmerinnen und Unternehmern zu ermöglichen, schneller zu investieren und Arbeitsplätze zu sichern. Der Aktenordner solle nicht zum „Sargnagel“ der Industrieproduktivität werden, so Schellhorn.
Monitoring und Evaluierung der Fortschritte
Die Umsetzung der Industriestrategie wird mittels eines fortlaufenden Monitorings gemessen. Der Produktivitätsrat erstellt jährlich Bericht über Fortschritte und gibt Empfehlungen ab. Zudem wird eine neue Task Force Industrie die Ergebnisse bewerten.
Partizipativer Prozess der Entwicklung
Die Strategie ist das Ergebnis eines breiten, partizipativen Prozesses, an dem zahlreiche Stakeholder beteiligt waren, darunter Sozialpartner und Experten aus verschiedenen Bereichen. So wurde gewährleistet, dass unterschiedliche Perspektiven berücksichtigt wurden, wodurch ein tragfähiges und zukunftsorientiertes Konzept entstanden ist.
Hintergrund & Einordnung
Die Industriestrategie 2035 kommt zu einem kritischen Zeitpunkt, da viele europäische Industrieländer mit Herausforderungen wie Fachkräftemangel, Klimazielen und der Digitalisierung konfrontiert sind. Durch die klare Definition von Schlüsseltechnologien und die Bereitstellung finanzieller Mittel zeigt Österreich Entschlossenheit, den Standort langfristig zu sichern und ihn wettbewerbsfähig zu halten. Unternehmen und Arbeitnehmer sollen gleichermaßen von diesem ganzheitlichen Ansatz profitieren.
Quelle: APA-OTS, Datum: 16.01.2026, Fotocredit: scripora.com, AI generiert, Website: https://bmwet.gv.at
Autor: hml (hml@scripora.com)