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Expertin prognostiziert Anstieg von „Geister-Fabriken“ in der Industrie

Posted on 14.01.2026

Frankfurt – Die CEO der Beratungs- und Managementfirma Planet Industrial Excellence, Jane Enny van Lambalgen, hat eine Zukunft vorhergesagt, in der man zunehmend menschenleere Fabrikhallen vorfinden wird, in denen die Produktion ausschließlich durch Roboter erfolgt. Ihre These: Diese sogenannten „Geister-Fabriken“ könnten der Deindustrialisierung Deutschlands entgegenwirken und den Arbeitskräftemangel langfristig abbauen.

Die Vision der Geister-Fabriken

Van Lambalgen betont, dass in den kommenden 15 Jahren menschenleere Produktionsstätten zur Norm werden könnten. Sie zieht den Vergleich, wonach diese Geister-Fabriken mit heutigen Produktionsanlagen ähnlich viel gemein haben werden wie ein modernes Auto mit einer Pferdekutsche. Die Vorteile dieser vollautomatisierten Betriebe liegen auf der Hand: Senkung der Betriebskosten um bis zu 25 Prozent, steigerte Produktivität um bis zu 30 Prozent und eine reduzierte Fehlerquote von bis zu 40 Prozent. Wo Roboter arbeiten, können sie in der Regel zwei bis fünf Mal schneller agieren, da Sicherheitsvorschriften für Menschen in geschlossenen Räumen wegfallen.

Diese Art der Fertigung, auch als „Smart Factories“ oder „Dark Factories“ bekannt, wird voraussichtlich zunächst in der Massenproduktion Anwendung finden, während spezialisierten Bereichen wie dem Sondermaschinenbau dieser Trend eher fern bleibt.

Technologische Grundlagen

Eine Schlüsseltechnologie, die diesen Wandel ermöglichen soll, sind sogenannte Autonomous Production Twins (APT). Diese digitalen Zwillinge dienen dazu, Produktionsprozesse autonom zu überwachen und zu steuern. Sie bündeln Echtzeitdaten, die über fortschrittliche Sensoren gewonnen werden, und setzen Künstliche Intelligenz ein, um Entscheidungen zu treffen und Prozesse zu optimieren. Van Lambalgen erklärt, dass diese Technologie in der Lage sei, selbstständig auf unvorhergesehene Ereignisse wie Engpässe in der Lieferkette zu reagieren.

Geister-Fabriken gegen Deindustrialisierung

Die Expertin sieht in der Entwicklung von Geister-Fabriken ein wichtiges Potenzial zur Bekämpfung der Deindustrialisierung in Deutschland. Der Aufwand zur Verlagerung von Produktionskapazitäten ins Ausland sei hoch, während die schrittweise Automatisierung der heimischen Industrie eine betriebs- und volkswirtschaftlich sinnvolle Alternative zur Sicherung von Arbeitsplätzen darstellen könnte. Obwohl in den automatisierten Fertigungsstätten nur etwa 10 Prozent der Mitarbeiter von traditionellen Produktionsverfahren benötigt werden, betont sie, dass weiterhin hochqualifizierte Arbeitsplätze in der Planung und Überwachung erforderlich sind.

Herausforderungen und Chancen

Van Lambalgen hebt hervor, dass die deutsche Industrie diese Herausforderungen als Chance nutzen sollte, um sich als wettbewerbsfähiger Produktionsstandort zu behaupten. Behörden, Unternehmen und Gewerkschaften könnten gemeinsam daran arbeiten, Deutschland auf diese „nächste Fertigungsgeneration“ vorzubereiten.

Sie betont zudem, dass nicht der Erhalt von Arbeitsplätzen um jeden Preis im Vordergrund stehen sollte, sondern die Qualifizierung junger Menschen für künftige Arbeitsplätze im Umgang mit KI-Systemen. Diese müssten für die neue Generation ebenso selbstverständlich werden wie die Nutzung eines Smartphones.

Politische Rahmenbedingungen

Ein weiterer Aspekt, den van Lambalgen anspricht, sind die politischen Diskussionen über neue EU-Regeln, die den Bau autonomer Fabriken möglicherweise erschweren könnten, einschließlich einer potenziellen Robotersteuer. Sie warnt, dass dies die internationale Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands weiter gefährden könnte, insbesondere wenn konkurrierende Länder solche Technologien bereits implementieren.

Beispielhaft führt sie die Dark Factory des chinesischen Unternehmens Xiaomi an, die ohne menschliche Arbeitskräfte nahezu autonom Smartphones produziert. Diese Entwicklung zeigt, wie schnell andere Länder in der Fertigungstechnologie voranschreiten können und welchen Druck sie auf die europäischen Märkte ausüben.

Was das bedeutet

Die Prognosen von Jane Enny van Lambalgen stellen die österreichische Industrie vor bedeutende Herausforderungen. Mit dem zunehmenden Fokus auf Automatisierung und Technologie sollte Österreich sicherstellen, dass seine Arbeitskräfte entsprechend geschult und vorbereitet sind. Die Notwendigkeit, eine Balance zwischen technologischen Fortschritten und den sozialen Auswirkungen zu finden, wird entscheidend sein, um das Potenzial von Geister-Fabriken als Chance und nicht als Bedrohung zu betrachten.

Quelle: Presseportal.de, Datum: 14.01.2026, Fotocredit: Jane Enny van Lambalgen, Website: http://www.planetie.ch

Autor: hml (hml@scripora.com)

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