Düsseldorf – Viele Menschen in Österreich und Deutschland nehmen täglich neben verschreibungspflichtigen Medikamenten auch Nahrungsergänzungsmittel wie Vitamine, Mineralstoffe oder pflanzliche Präparate ein. Diese zusätzliche Einnahme kann jedoch erhebliche Auswirkungen auf die Wirksamkeit der verschriebenen Arzneimittel haben. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen warnt davor, dass Wechselwirkungen zwischen Nahrungsergänzungsmitteln und Medikamenten oft unbemerkt bleiben, obwohl sie sowohl die Wirkung der Medikamente abschwächen als auch verstärken können.
Wechselwirkungen im Gesundheitswesen
Eine Vielzahl von Menschen, die regelmäßig Medikamente einnehmen, informiert ihren Arzt nicht über die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln. Diese Unkenntnis kann zu falschen Diagnosen und suboptimalen Therapieergebnissen führen, insbesondere wenn bestimmte Präparate die Laborwerte beeinflussen. Ein Beispiel ist Biotin, das bekannt dafür ist, Bluttests signifikant zu verfälschen.
Dieser Aspekt wird vor allem für Patienten mit chronischen Erkrankungen oder in einer dauerhaften Therapie relevant, da hier die Gefahr besteht, dass der Behandlungserfolg gefährdet wird. Auch die Überdosierung von Vitaminen und Mineralstoffen kann ernsthafte gesundheitliche Risiken mit sich bringen, die häufig unterschätzt werden.
Empfehlungen der Experten
Angela Clausen, Teamleiterin Lebensmittel im Gesundheitsmarkt bei der Verbraucherzentrale NRW, betont die Notwendigkeit, alle Präparate, die eingenommen werden, im Arztgespräch zu erwähnen: „Da Nahrungsergänzungsmittel, Vitamine und pflanzliche Wirkstoffe relevante Effekte auf Medikamente und Untersuchungen haben können, sollte jede Einnahme beim Arztgespräch aktiv erwähnt werden.“ Sie warnt außerdem, dass ärztliche Fachkräfte zwar in der Pflicht sind, nachzufragen, jedoch die Verantwortung auch auf den Patienten zurückfällt.
Um die Einnahme von Medikationen und Nahrungsergänzungsmitteln besser zu koordinieren, stellt die Verbraucherzentrale ein Formular namens „Persönliche Gesundheitsapotheke“ zur Verfügung, das in die elektronische Patientenakte hochgeladen werden kann. Mit dieser Maßnahme sollen Patienten in der Lage sein, ihre Gesundheitsdaten besser zu verwalten und die Kommunikation mit ihren Ärzten zu verbessern.
Kritische Zusammenhänge
In Österreich ist das Bewusstsein für die Risiken von Nahrungsergänzungsmitteln im Zusammenhang mit anderen Medikamenten noch ausbaufähig. Während viele Verbraucher diese Produkte als harmlos erachten, fehlen häufig die Informationen, um über die komplexen Wechselwirkungen und mögliche Nebenwirkungen ausreichend aufgeklärt zu werden.
Was das bedeutet
Die Erkenntnisse aus der Warnung der Verbraucherzentrale haben weitreichende Implikationen. Für Verbraucher heißt dies, dass sie ihre Medikamenteneinnahme ernst nehmen sollten und das Gespräch mit ihrem Arzt oder Apotheker suchen, bevor sie Nahrungsergänzungsmittel einnehmen. Ähnlich wie bei der Verwendung von rezeptfreien Schmerzmitteln oder anderen Arzneimitteln müssen Patienten sensibilisiert werden, welche Präparate sie kombinieren und welche gesundheitlichen Folgen dies haben kann.
Die Diskussion zeigen, dass eine umfassende Aufklärung über Wechselwirkungen im Gesundheitsbereich unabdingbar ist, um Risiken zu minimieren und die Therapiefähigkeit zu maximieren.
Quelle: Presseportal.de, Datum: 14.01.2026, Fotocredit: VZ NRW/adpic, Website: www.verbraucherzentrale.nrw
Autor: hml (hml@scripora.com)